Biertransportwagen MKB 25 (MAN Nr. 139194)

Um gleich vorweg einem Missverständnis vorzubeugen: Bei unserem Wagen MKB 25 handelt es sich nicht um einen Kühlwagen ! Kühlwagen sind mit technischen Vorrichtungen ausgestattet, welche die laufende Kühlung der Ladung ermöglichen. In der Frühzeit der Eisenbahn geschah dies mit Stangen-, später mit Trockeneis. Am Wagenkasten, zumeist im Dachbereich, waren Luken vorhanden, die das Beschicken des Waggons mit dem Eis erlaubten. Für besondere Kühlzwecke gab es von den fünfziger Jahren an Maschinenkühlwagen, die, ähnlich einem Kühlschrank, durch Kältemaschinen sogar die Tiefkühlung des Ladegutes ermöglichten. Im Gegensatz dazu wurden speziell für den Transport von Flaschen- und Fassbieren die sogenannten Wärmeschutzwagen konstruiert.
Für die Haltbarkeit des Bieres während des Transports war weniger die exakte Einhaltung einer bestimmten Temperatur nötig, sondern es galt vielmehr, extreme Temperaturen (Hitze oder Frost) im Innenraum zu vermeiden. Hierzu wurden die Wände und das Dach isoliert. Auf ständige Kühlung konnte verzichtet werden, da das Ladegut beim Beladen bereits gekühlt war und es die Temperatur aufgrund der Isolierung des Wagens über längere Zeit halten konnte.
Unser MKB 25 wurde 1948 von der Maschinenfabrik Augsburg und Nürnberg (MAN) für die Kulmbacher Mönchshof-Brauerei gebaut. Im Frühjahr 1990 haben wir den Wagen in Selb (Oberfranken) gekauft. Das Foto zeigt den Waggon kurz nach seiner Ankunft im Bahnhof Berlin-Lichterfelde West.
Dieser Waggon war zunächst nicht für die museale Aufarbeitung vorgesehen, sondern er sollte vorrangig als Lagerraum dienen. Erst später entdeckten wir, dass der vergleichsweise gute Zustand des Wagens trog: Im Holz der Bodenbretter und der Wände hatten sich gefräßige Würmer eingenistet !
Um den Wagen weiter als Lagerraum nutzen zu können, musste die Aufarbeitung in zwei Teilschritten erfolgen. So wurden zunächst eine Wagenhälfte komplett "entbrettert", im Anschluss daran die Stahlbauteile entrostet und konserviert. Sodann mussten die Seitenwände neu aufgebaut werden. Auf den originalen doppelschaligen Aufbau mit zwischenliegender Mineralwolle-Isolation haben wir verzichtet.

Inzwischen geht die Fertigstellung des Wagens MKB 25 in die letzte Runde. Die neu ange­fer­tigten Türen konnten inzwischen montiert werden und damit ist der Wagenkasten jetzt wieder geschlossen. So steht uns nun das Innere des Wagens ab sofort als wertvoller Lagerraum zur Verfügung.
Über die äußere Gestaltung ist aber das letzte Wort noch nicht gesprochen. Es soll natürlich (dem ursprünglichen Zweck dieses Wagens entsprechend) eine Bierwerbung angebracht werden, aber noch ist kein Sponsor gefunden. Bleiben die Bemühungen in dieser Richtung erfolglos, werden wir uns wohl etwas Anderes einfallen lassen müssen.