Zehlendorfer Eisenbahn / Goerzbahn 

 • Die Zukunft der Goerzbahn ist gesichert !

Wir konnten am 10. September 2018 in Verhandlungen mit DB und Politik erreichen, dass die Goerzbahn erhalten bleiben soll und die MKB auf der Anschlussbahn weiter ihrer Arbeit nachgehen kann.
Noch sind nicht alle Details in Sack und Tüten, aber das wird im einzelnen noch ausgehandelt.
Zum Jahreswechsel 2018/2019 soll die Neuregelung der Verhätnisse auf der Goerzbahn in Kraft treten.

 • Die Goerzbahn und die MKB  

 Die Anbindung der Goerzbahn an die DB

Die AG Märkische Kleinbahn ist seit 1981 Mieterin des Lokschuppens an der Goerzallee und seit 1989 Mitbe­nutzerin mit eigener Betriebsführung auf dem Anschlussbahngelände der ehemaligen Zehlendorfer Eisenbahn, im Volksmund seit den 1920er Jahren und auch heute noch 'Goerzbahn' genannt. Die Namens­gebung geht auf einen ihrer Präsidenten (C.P.Goerz) zurück, der auch Gründer der Optischen Anstalt C.P.Goerz, des seinerzeit größten Berliner Herstellers von Präzisionsoptik war.

Buchtitel: Die Goerzbahn

Die Zehlendorfer Eisenbahn- und Hafen-AG (ZEUHAG), später und bis 2011 Zeh­len­dorfer Eisenbahn- und Hafen-GmbH wurde im Jahr 1904 gegründet und konnte im Laufe des Jahres 2004 auf ihr 100-jähriges Bestehen und im Jahr 2005 auf bereits hundert Jahre Eisenbahn-Betrieb zurückblicken. Aus Anlass des Jubiläums haben wir im Verlag Bernd Neddermeyer ein Buch herausgegeben. Sie können es online bestellen, ansosten ist es ausverkauft.
Es gibt auch eine E-Book-Fassung, die in Teilen aktualisiert wurde.

Seit 1995 gehörte die ZEUHAG zum DB-Konzern. Im Sommer 2011 wurde sie auf die RBH-Logistics verschmolzen, so dass sie zu einem un­selb­ständigen Ge­schäfts­bereich der RBH wurde und der traditionelle Name "Zehlendorfer Eisenbahn" unterging.
Der Name lebt allerdings weiter in der "ZEUHAG-Stiftung".

Die RBH Logistics GmbH entstand aus der Werksbahn der Ruhrkohle AG. Sie wurde 2004 unter dem Namen "RAG Bahn und Hafen" als GmbH gegründet. Im Jahr 2005 erfolgte die Übernahme durch die DB Schenker Rail Deutschland AG, 2006 die Umfirmierung in RBH Logistics GmbH.

Damit Sie sich einen raschen Blick auf die außer­ordent­lich inter­es­sante Geschichte der Goerzbahn, einer kleinen aber feinen Privat­an­schluss­bahn ver­schaf­fen kön­nen, haben wir hier einige Bilder aus der alten und neuen Zeit der ZEUHAG zusam­men­getra­gen.

Das reicht natürlich nur zum Appetit-Anregen... mehr davon er­fahren Sie in dem oben ge­nann­ten Buch.
Bei unseren öf­fent­lichen Ver­an­stal­tungen kann man auch die Dauerausstellung zur Geschichte der ZEUHAG ansehen.
Jeden Sonnabend von März bis November (ohne Gewähr, besser vorher anmelden !) sind interessierte Besucher auf dem Betriebs­gelände herzlich willkommen.

1937: Lok 2 (pr. T4) der Zeh­len­dorfer Eisen­bahn überquert den Weg­über­gang im Zuge der heu­tigen Goerzallee.

Das Gerippe, das man im Hintergrund erkennen kann, ist das Stahlträger-Skelett des damals noch im Bau befind­lichen Krei­sel­geräte­werks. Im Jahr 2009 wurde dieses Gebäu­de übri­gens ab­ge­rissen.

Der Fotograf befand sich bei dieser Aufnahme etwa an dem Platz, wo heute die Kuppel­achse der Schnell­zug-Dampf­lok an der Ein­fahrt zum Lok­schup­pen steht; der Blick führt vom Lokschuppen weg nach Südost.

Vom Herbst 1919 an führte die ZEUHAG auch den eigenen Werks-Personen­verkehr für die Be­schäf­tig­ten der Indu­strie- Betriebe im Gebiet Schönow durch.
Die Geschwindigkeit der Züge erreichte bis zu 45 km/h.

Die beachtliche Länge der Züge von 8 bis 11 Wagen zeigt, dass dies durchaus wirt­schaft­liche Bedeutung für die Bahn hatte.

Auch wenn die Züge am Nordbahnhof (welcher ein Stück südwestlich des S-Bf. Lichterfelde West lag) ihre Fahrgäste entließen, zeigte sich, dass die verkehrliche Bedeutung der Zehlendorfer Eisenbahn durchaus nicht zu unterschätzen war. Immerhin handelte es sich bei der Zehlen­dorfer Eisen­bahn 'nur' um eine An­schluss­bahn und nicht um eine Eisenbahn des öf­fent­lichen Verkehrs !
Erst 1945 wur­de der Per­sonen­verkehr auf den Glei­sen der ZEUHAG eingestellt. Heute gibt es nur noch Güterverkehr (und von Zeit zu Zeit natürlich auch mal Museumsbetrieb) auf der Goerzbahn.

(Weitere historische Fotos von der Zehlendorfer Eisenbahn gibt es im Bilderbogen.)

Als einziger Anschließer ver­blieb bis zum Sommer 2018 das unter "APCB" (früher "Visteon") fir­mie­rende Werk, das Kunst­stoff­teile für (u.a.) Ford-Auto­mobile fer­tigt. Diese Erzeug­nisse wurden mit Ganz­zügen "just in time" direkt ans Mon­ta­geband in Köln trans­por­tiert.

Der erste dieser Züge (hier im Bild) rollte 1989 über die Gleise der Goerzbahn. Die Vmax beträgt heute nur noch 10 km/h...

Viele Jahre lang wurde der Verkehr auf der Goerzbahn ausschließlich von den DR-Lok der Baureihe V 6010 (spä­ter BR 106 / 346) be­wältigt, heute gibt es nur noch die ferngesteuerten V 60 ex DB (363-365).
Auffallend sind die gelben Rundumleuchten auf dem Dach.

Nachdem es im Sommer 2018 nach Abbestellung des Güterverkehrs durch den einzigen kommerziellen Kunden der Goerzbahn berechtigte Befürchtungen gab, dass die Goerzbahn auf Dauer von der Bildfläche verschwinden könnte (was dem Museum und Betrieb der MKB die Grundlage entzogen hätte), konnte in Verhandlungen mit DB und Politik erreicht werden, dass die Bahn erhalten bleibt und die MKB ihre nun im 38. Jahr erfolgreiche Arbeit wird fortsetzen können.

Zwar wird die RBH sich (wie bereits in der Presse veröffentlicht) aus dem Betrieb zurückziehen, aber der Bezirk Steglitz-Zehlendorf und die MKB werden künftig die Belange der Goerzbahn wahrnehmen.


Fotos: Archiv der Zehlendorfer Eisenbahn, Sammlung MKB

 • Weiteres 

Die Zehlendorfer Eisenbahn bei wikipedia
Die RBH Logistics bei wikipedia
Eine sehenswerte Bildserie über den Betrieb der Goerzbahn